Krankengymnastik

Was braucht es, um die Funktions- und Bewegungsfähigkeit des Bewegungsapparates wiederherzustellen oder zu verbessern? Am besten hilft Bewegung. Krankengymnastik ist eine Form der Bewegungstherapie. Sie wird vom Physiotherapeuten durchgeführt bzw. angeleitet.

Krankengymnastik nutzt sowohl aktive wie auch passive Behandlungsformen:

Bei allen Übungen achtet ein Physiotherapeut auf die korrekte Durchführung und gibt Hinweise auf Ausweichbewegungen. Es spielt dabei auch eine wichtige Rolle zu begreifen, dass keine Bewegung eines unserer Körperteile isoliert von nur einem Muskel ausgeführt wird. Für das Anheben einer Einkaufstüte, die jemand in eine Hand nimmt, werden eine Vielzahl von Muskel benötigt bis hin zum kleinen Zeh. Nervensignale koordinieren dabei das richtige Zusammenspiel der Muskulatur. Bewusst wahrgenommen wird diese komplexe Kette von Signalen und Muskelkontraktionen nicht. Idee und Ausführung sind eins.

Für den Erfolg der Behandlung ist es wichtig, dass der Patient die Behandlung nicht passiv über sich ergehen lässt, sondern eine aktive Mitarbeit ist erforderlich.

 

Die Atemtherapie kommt vorbeugend in allen Fachbereichen zur Anwendung und orientiert sich an den jeweiligen Symptomen des Patienten. Als Behandlung bestehender Beschwerden wird die Atemgymnastik z. B. bei Lungenerkrankungen oder nach Rippenbrüchen eingesetzt.

Wichtige Ziele sind: :

  • Verhindern einer Lungenentzündung
  • Lösen und Befördern von Sekret
  • Verbesserung des Atemvolumens und der Beweglichkeit des Brustkorbs
  • Spannungsausgleich in Haut, Muskulatur und Bindegewebe
  • allgemeine Entspannungsfähigkeit

Die Übungen beziehen Atmung und Bewegung sowie Dehnlagerungen ein. Wir geben Anleitungen für atemerleichternde Ausgangsstellungen und schulen Ihre Atemwahrnehmung und Atemlenkung, z. B. in den Bauch. Ebenso erlernen manche Patienten Hustentechniken und Drainagelagerungen, die zum Abfließen des Sekrets aus der Lunge beitragen. Unterstützt wird dies häufig manuell durch das Auslösen von Vibrationen am Brustkorb oder durch spezielle Bindegewebsmassagetechniken.

Im Vordergrund stehen aber häufig die Verbesserung der Körperwahrnehmung sowie das Erlernen von Entspannungstechniken.

Der Schlingentisch – eine feste Gerätekonstruktion aus einem Metallgitter – bietet vielfältige Möglichkeiten, den Patienten und seine Gelenke zu entlasten. Während einer Behandlung mit dem Schlingentisch liegt der Patient zunächst bequem auf einer Therapieliege. Das Becken, die Beine, aber auch der Kopf und die Arme können in einzelne Baumwollschlingen gelegt und an der Decke befestigt werden.

Um nach Operationen die eigene Beweglichkeit zu erhalten, ohne die Muskulatur anzuspannen, oder um Angst vor Bewegung bei Schmerzen abzubauen, ist der Schlingentisch ein wichtiges Hilfsmittel zur Unterstützung unserer Therapie.

Für Bandscheibenpatienten etwa wird zunächst eine Position gefunden, in welcher der Patient möglichst schmerzfrei oder zumindest schmerzarm liegen kann. Dabei wird der Rücken durch die Aufhängung entlastet und durch gezielten Zug entspannt. Auf diese Weise lässt oft spontan der Schmerz nach. Danach werden ggf. in dieser Position mit leichten Kräftigungsübungen und Mobilisationsübungen die Bandscheibe und die Nerven behandelt. Nach der Behandlung des akuten Schmerzes ist es wichtig, die Muskulatur des Patienten wieder anzuregen. So wird eine durch den Bandscheibenvorfall eingenommene Schonhaltung wieder abgebaut.

Gerade das Gefühl, den Urin nicht halten zu können, ist sehr demütigend. Wenn man vorsichtshalber Ersatzkleidung mitnimmt und sich nicht mehr auf seinen Körper verlassen kann. Wenn man vorsichtshalber sich einschränkt und nicht mehr entspannt mit den Kindern bzw. Enkelkindern spielt und tobt bzw. lachen kann. All dies bedeutet eine sehr starke Einschränkung der Lebensqualität.

Zahlreiche Studien belegen, dass urogenitale Probleme eine enge Beziehung zu Angst und Depression haben und das Selbstwertgefühl der Betroffenen nachhaltig beeinträchtigen. Dabei ist der Beckenboden gleichermaßen Symptomträger wie auch Auslöser. Aus Schamgefühl und mangelnder Information verheimlichen viele Betroffene ihr Leiden.

Beckenbodenschwäche gilt als heimliche Volkskrankheit der Bundesrepublik Deutschland. Laut Schätzungen leiden 7-9 Millionen Menschen in Deutschland an Inkontinenz. Die hohen Verkaufszahlen von Inkontinenzartikeln deuten jedoch eher auf eine Betroffenenzahl von 11 Millionen Menschen hin. Die tatsächliche Zahl dürfte noch höher liegen, da Menschen, die eine leichte Blasenschwäche haben und ohne Hilfsmittel auskommen, hier nicht erfasst sind.

Die Aufgaben des Beckenbodens sind vielfältig.

„Wenig Hände haben viel Arbeit- viele Hände haben wenig Arbeit“

In unserem Körper arbeiten keine Muskeln für sich, sondern wir haben in allen Bereichen unseres Körpers Muskeln-/Fascienketten.

So arbeitet auch die Beckenbodenmuskulatur mit den Bauch- und Rückenmuskeln zusammen, wodurch er unsere aufrechte Haltung ermöglicht.

Aber auch unsere Organe kooperieren in mechanischen Ketten miteinander.

Zwischen Beckenboden und Blase, Atmung, Haltung bestehen wichtige Zusammenhänge, wie auch zwischen Psyche und Beckenboden.

Zwischen Schambeinknochen, Steißbein und den beiden Sitzbeinhöckern befinden sich die Muskelschichten, die den Beckenboden bilden. Der Beckenboden besteht aus drei übereinander liegenden Muskelschichten, welche den Boden des Rumpfes bilden. Somit verschließt er das Becken nach unten, stützt die inneren Organe und gibt diesen dadurch eine Lagesicherung.

Diese Muskeln spannen reflektorisch an, wenn eine Druckwelle, verursacht beispielsweise durch Husten oder Niesen, auf den Beckenboden ankommt. Die Muskelfasern können dieser reflektorischen Arbeit dabei nur nachkommen, wenn sie einen gewissen Tonus bei gleichzeitiger Elastizität haben. Während der Ruhephase funktioniert er als Schließmuskel von Blase- und Darmausgängen.

Er erfüllt seine Aufgaben unwillkürlich, also ohne dass man sich dessen bewusst ist. Man kann seine Muskeln aber auch bewusst anspannen und wieder loslassen.

Das bedeutet: Der Beckenboden lässt sich trainieren

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20.04.2020

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