Warum Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) so oft nicht erkannt wird...

… und welche Art der Physiotherapie Sinn bei der CMD-Behandlung macht

CMD gehört zu den “Chamäleon-Erkrankungen”. Denn sie tarnt sich oft hinter ganz anderen Beschwerden:

Die Betroffenen laufen von Zahnarzt zu Zahnarzt, von Orthopäden zu Orthopäden oder von HNO-Arzt zu HNO-Arzt - aber wenn diese nicht gezielt nach einer Craniomandibulären Dysfunktion suchen, können sie sie auch nicht entdecken.

Was ist CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion)?

C steht für Cranium (Schädel)

M steht für Mandibula (Unterkiefer)

D steht für Dysfunktion (Fehlfunktion)

Es geht also um eine Fehlfunktion im Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer, bedingt durch Funktionsstörungen der Zähne, des Kiefergelenkes, und der Kiefermuskulatur.  Diese kann sich mit Schmerzen in der Kaumuskulatur, einer Verlagerung der Knorpelscheibe (Diskus) sowie entzündlichen und/oder degenerativen Veränderungen im Kiefergelenk auswirken.

Wie entsteht diese Fehlfunktion?

Unser Kiefergelenk, Zähne und Kiefermuskeln arbeiten zusammen mit unserer Zunge, Rachen, Nacken und bilden durch Muskelketten ein aufeinander abgestimmtes System. Kleinste Veränderungen in diesem Uhrwerk können jedoch zu Störungen führen, so dass die Zahnräder nicht mehr rundlaufen. Zahnfehlstellungen, zu hohe Zahnfüllungen, falsch sitzender Zahnersatz oder permanente Anspannung der Muskulatur durch dauerhaften Streß („Was muss man noch verdauen? Woran hat man zu knabbern? Zähne zusammenbeißen“) sind als häufige Ursache bekannt. Das Kiefergelenk ist aber auch mechanisch zum Beispiel von der Stellung der Halswirbelsäule abhängig. Oder es kann nach Unfällen und Verletzungen in eine Schieflage geraten.

Tritt CMD selten auf?

Zahnärzte können feststellen, dass bei sehr vielen Menschen das Kiefergelenk verschoben ist. Doch nicht alle bekommen dadurch Beschwerden. Erst wenn Stress dazu kommt oder große Anstrengung und man anfängt, “die Zähne zusammen zu beißen”, dann können diese unsagbaren Schmerzen auftreten.

Worauf sollte man bei der Behandlung von CMD achten?

Wird die Craniomandibuläre Dysfunktion erkannt, wird vom Arzt oft eine Zahnschiene und spezielle Physiotherapie (Manuelle Therapie, Wärmetherapie oder Lymphdrainage) verordnet.

Doch es gibt große Unterschiede bei den einzelnen Physiotherapeuten:

Zwar bekommen alle Physiotherapeuten in ihrer Ausbildung einen kleinen Einblick in die CMD-Behandlung in der Fortbildung “Manuelle Therapie”.

Weil dieses Grundwissen meiner Überzeugung nach nicht ausreicht, haben alle CMD-Physiotherapeuten meiner Praxis mehrere weitere Fortbildungen extra für CMD-Behandlungen besucht. Darin haben sie u.a. die Knorpel-Korrektur sowie weitere spezielle Gelenktechniken erlernt. Außerdem tauschen wir uns in internen Fortbildungen ständig aus, da man immer wieder neue Techniken oder Ansichten in den verschiedenen Fortbildungen lernt.

Wichtige Bestandteile für die Therapie

In unserer Physiotherapiepraxis in Münster-Gremmendorf achten wir auf die Koordination des Kiefergelenks, die Knorpelbewegung, Triggerpunkte in den Muskeln und weitere Ketten im Verlauf des Halses und des Körpers.

Wir geben Ihnen Übungen für zuhause, mit denen Sie Ihre Kiefermuskulatur dehnen und trainieren.

Sie bekommen von uns auch Impulse Ihre emotionale Situation zu überdenken und wir geben Ihnen Entspannungsübungen mit.

Wir setzten uns gerne mit Ihrem Arzt in Kontakt, um gemeinsam den optimalen Weg für Sie zu finden.

Wird die CMD-Therapie von der Krankenkasse bezahlt?

Ja, die CMD-Physiotherapie wird von den Krankenkassen bezahlt, wenn Sie ein Rezept zum Beispiel für “Manuelle Therapie” mitbringen.


Da die Untersuchung sehr ausgiebig ist, bitten wir Sie als Patienten, sich vom Arzt ein Rezept über Doppelbehandlungen ausstellen zu lassen.

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